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Titel: ohne Titel
Technik: Radierung 18/35
Jahr: 1990
Maße: 
Mindestpreis: 450.-
Galeriepreis: 650.-


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Walter Stöhrer Bild 01

Vita:

wurde 1937 in Stuttgart geboren

Nachdem er sich bereits in Karlsruhe mit den Arbeiten von Franz Kline und Jack Tworkow auseinandergesetzt hatte, wurden für sein Schaffen die "psychoanalytic drawings" von Jackson Pollock, die Figurationen Asger Jorns und Pierre Alechinskys, die chiffreartigen Bildzeichen der Art Brut und die Verfahren des Surrealismus von Wichtigkeit, was in der Folgezeit zu einem freien Zusammenspiel von Zeichnung, Schrift und Malerei führte. "Dabei zielte Walter Stöhrer zeitlebens auf den Facetten- Reichtum des menschlichen Daseins, insbesondere das Mit- und Gegeneinander der menschlichen Geschlechter fokussierend", wobei sich sein Werk der eindeutigen Zuordnung zu einem künstlerischen Stil entzieht.

Seine Arbeiten, die in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen waren, wurden mit wichtigen deutschen Kunstpreisen ausgezeichnet. So erhielt er bereits 1962 für die Bilder "Kopf Maiba", mit den über Farbbahnen und Farbflächen gespurten und in sie geritzte chiffrenartigen und fragmentierten Figurationen im Württembergischen Kunstverein Stuttgart den Kunstpreis der Jugend gemeinsam mit Raimund Girke. Sieben Jahre später, im April 1969 arbeitete er im gleichen Haus erstmals mehrere Tage in der Öffentlichkeit, was er in Form von Malprozessen in den folgenden Jahren fortsetzte.

Gleichrangig neben dem malerischen Werk steht das zwischen 1960 und 1999 geschaffene knapp 1000 Blätter umfassende Radierwerk. Die nicht zerstreute Energetik und das "Furioso" seiner Malerei, die in der komplexen Spannung zwischen Kalkül und Spontaneität stehen, "die Gleichzeitigkeit von linearer Härte, von Chiffren und Farbströmen, die sich durchdringen und überlagern, das Auftauchen und Zerbrechen von Figuration, die tiefe Resonanz literarischer Ebenen in seinem Werk, das selbstgewisse Ungestüm und die verstörende Schönheit seiner Malerei," haben ihn zu einer unverwechselbaren Malerpersönlichkeit gemacht, dessen Werk singulär in der Kunst der deutschen Malerei der letzten dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts ist und nicht ohne Einfluss auf ihre weitere Entwicklung blieb.

Zu Weggefährten in seinem Schaffen wählte sich Stöhrer - der als rebellischer Einzelgänger gilt - überwiegend Texte von Schriftstellern und Dichtern, deren in Sprache gefasster Lebenswelt und Haltung, deren ästhetischem Programm er sich wesensverwandt fühlte.Im November 1999 gründete Walter Stöhrer gemeinsam mit Hanne Forstbauer die Walter Stöhrer-Stiftung.

Walter Stöhrer, der seit 1986 an der Hochschule der Künste ein Lehramt für freie Malerei hatte, verstarb am 10. April 2000 in Scholderup. Er hinterließ ein vielfältiges Werk, das Malerei auf Leinwand und Papier sowie Zeichnungen, Tuschen und Radierungen aus vier Jahrzehnten umfasst.